Yasmin studiert Medien- und Kommunikationsmanagement in Wiesbaden und hat im Sommersemester 2018 am Integrierten Auslandssemester in Shanghai teilgenommen.

Schon bevor ich angefangen habe zu studieren, wollte ich ein Auslandssemester machen. Ein Grund, warum ich mich für die Hochschule Fresenius beworben habe ist das Integrierte Auslandssemester in Shanghai. Meine Familie mütterlicherseits kommt aus Shanghai und lebt dort, daher wollte ich schon immer ein Auslandsjahr oder Semester in Shanghai machen. Umso glücklicher war ich, als ich die Zusage für das Semester in Shanghai erhalten habe.

Vorbereitung

Bevor das Semester losging gab es noch einige organisatorische Dinge zu klären. Wir mussten ein Studentenvisum beantragen, einen Flug buchen und uns eventuell auch um eine Wohnung kümmern.

Es gilt sich frühzeitig um die Unterlagen und Flug zu kümmern. Beim buchen sollte man sich lieber frühzeitig informieren, denn je näher das Semester rückt, desto teurer werden die Flüge.

In Sachen Unterkunft gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Shanghai University bietet ein Studentenwohnheim für einen guten Preis an, aber es besteht auch die Möglichkeit sich selbst eine Wohnung im Zentrum der Stadt zu suchen oder auch ein Hotel zu beziehen. Da ich Familie in Shanghai habe, habe ich bei meinen Großeltern gewohnt. Die meisten Studenten haben jedoch im Studentenwohnheim auf dem Baoshan-Campus gelebt und waren auch zufrieden.

Mit 40 anderen Fresenius Studenten bin ich ein neues Abenteuer angetreten. Da ich die chinesische Kultur schon kenne, hatte ich keinen Kulturschock oder große Probleme mit den Leuten zu kommunizieren. Denn in China sprechen sehr wenige Leute Englisch. Selbst in Shanghai, einer der modernsten Metropolen Chinas gibt es nur wenige Ausnahmen.

Die Universität

Unsere Vorlesungen haben auf dem Jiading-Campus stattgefunden. Jeden Tag fuhren Busse vom Baoshan Campus zum Jiading-Campus. Der Bus hat je nach Verkehr ca. 30-40 min gebraucht. Auf dem Campus gab es ein kleines Café und eine Kantine und außen rum viele typische chinesische Restaurants. Unsere StudyBuddys haben uns oft geholfen zu bestellen.

Die Vorlesungen in Shanghai haben eine Anwesenheitspflicht um zu den Prüfungen zugelassen zu werden. Die Reglungen können aber von Dozent zu Dozent abweichen. Die Lehrenden geben am Anfang des Semesters bekannt, wie sich die Note zusammensetzt (bsp. Anwesenheit, Assignments, Klausur etc.). Die Klassen sind ähnlich umfangreich, wie hier in Deutschland gewesen. Je nach Schwerpunkt hat man auch Kurse mit internationalen Studenten.

Nach der Uni gab es auch wieder einen Shuttlebus zurück zum Campus. Da das Semester in Shanghai kürzer ist, haben wir schon Anfang Juni alle Prüfungen geschrieben. Dafür hatten wir danach noch ein bisschen Freizeit um zu Reisen!

Tipps für das Leben in Shanghai

Bevor ihr fliegt solltet ihr euch die App WeChat runterladen. Dadurch wird jegliche Kommunikation laufen, selbst mit den Dozenten der Universität. WeChat wird nicht nur als Messenger benutzt, sondern erfüllt auch eine Social Media Funktion. Durch das posten in der Timeline erinnert es an Facebook. Daher wäre es ratsam, Familie und Freunde auf die App aufmerksam zu machen um die Kommunikation aufrecht zu erhalten.

In China herrscht leider eine starke Internetzensur d.h. Facebook, Google, Instagram, Snapchat, WhatsApp, YouTube etc. sind nicht aufrufbar. Zumindest nicht ohne Umwege, denn es gibt eine Lösung: Diese nennt sich VPN. Im Appstore gibt es verschiedene VPN-Apps, die kostenpflichtig oder kostenlos runtergeladen werden können. Eine kostenlose Version hat für mich gereicht.

Außerdem ist Mobile Payment viel weiter fortgeschritten, als hier in Deutschland. So ziemlich alles wird mit dem Handy bezahlt, ob es der Einkauf im 24 Stunden FamilyMart ist oder ein Inlandsflug. Das Problem: Die Funktion kann nur genutzt werden, wenn ein chinesisches Konto hinterlegt ist. Viele Studenten haben kostenlos mit ihrem StudyBuddy ein chinesisches Konto eröffnet und Geld überwiesen, sodass Sie WeChat Pay oder Alipay benutzen konnten. Dies sind die zwei großen Anbieter in China, jeder Laden unterstützt diese Apps. Es bringt eine Menge Vorteile sich ein Bankkonto zu eröffnen.

Eine weitere wichtige App, die das Leben in Shanghai erleichtert ist DiDi. Das eine Taxi-App, ähnlich wie Uber. Damit kannst du jedes Ziel in Shanghai einfach anfahren. Eine Fahrt mit DiDi vom Studentenwohnheim in die Innenstadt kostet ca. 50 Yuan.

Die Metro in Shanghai ist eine andere Möglichkeit. Das Metronetz ist sehr gut ausgebaut. Eine Metrokarte kostet 20 Yuan, danach kann sie immer wieder aufgeladen werden. Mit dieser Karte können auch Busse und Taxis bezahlt werden.

Ofo und Mobike sind die zwei großen Bike Sharing Anbieter in Shanghai. Diese beiden Apps sind auch sehr empfehlenswert. Überall auf den Straßen siehst du gelbe oder rote Bikes. Diese kann man sich per QR-Code ausleihen für ca. 1-2 Yuan pro Stunde. Danach kannst du sie überall einfach abschließen und die Fahrt beenden. Das war sehr nützlich für kürzere Strecken.

Ein Translator ist auch von Vorteil, da viele nur sehr schlecht Englisch sprechen. Außerdem noch ein kleiner Tipp: Wenn das Essen gut schmeckt, dann macht ein Foto und zeigt es beim nächsten Besuch vor. Das erspart euch Probleme beim Essen bestellen.

Meine Erfahrung außerhalb des Studentenwohnheims

Wie oben geschrieben, habe ich nicht im Studentenwohnheim gelebt. Mit mir haben sich nur noch drei weitere Leute für das Leben in dem Stadtzentrum von Shanghai entschieden. Ich persönlich fand die Erfahrung viel besser. Wir haben die Stadt nochmal anders kennengelernt, da wir nach der Uni immer direkt im Stadtzentrum waren.

Wir konnten abends oder am Wochenende immer ganz einfach weggehen und waren schnell zuhause. Dadurch haben wir die Stadt an sich nochmal viel besser kennengelernt. Shanghai ist so riesig, aber inzwischen kann ich ohne Handy Navigation von der Wohnung meiner Großeltern bis zum Bund (die Aussichtspromenade für die Skyline) fahren.

Negativ war jedoch die lange Anfahrt zur Universität. Da der Shuttlebus nur von Baoshan ausgefahren ist, bestand die Möglichkeit entweder mit der Metro nach Jiading zu fahren oder mit der Metro nach Baoshan und dann mit dem Bus weiter zu fahren. Es ist auf jeden Fall eine längere Fahrt, als die Studenten vom Baoshan Campus hatten.

Das Studentenwohnheim hat natürlich auch seinen Charme, da alle Studenten zusammenwohnen und man so ein richtiges Studentendasein erlebt.

Sehenswertes

Eine so große und moderne Metropole hat viele Sehenswürdigkeiten, die sich lohnen. Am wichtigsten ist der Bund, von dort aus könnt ihr auf die Pudong Seite schauen, dort stehen alle Hochhäuser und der Oriental Pearl Tower. Die drei höchsten Tower haben auch eine Aussichtsplattform, die sicher ein Muss ist, wenn man dort ein Auslandssemester verbringt.

Ein Kurztrip nach Hangzhou lohnt sich ebenfalls. Mit dem Schnellzug ist man in einer Stunde da. Hangzhou ist für den West Lake bekannt und außen rum gibt es viele Teeplantagen.

Mit ein paar Freunden sind wir auch nach Hainan geflogen, das chinesische Hawaii und haben während Feiertagen einen wunderschönen Kurzurlaub gemacht.

Es gibt noch viele weitere und schöne Ziele innerhalb Chinas, die sich lohnen. Leider ist das Studentenvisum auf eine einmalige Einreise begrenzt. Das heißt, ein Flug nach Hongkong würde schon als Ausreise zählen und danach darf nicht mehr eingereist werden. Daher ist dies Detail wichtig bei den Reiseplänen zu beachten.