Kim studiert Human Resource Management im Master am Standort Hamburg und hat im Sommersemester 2019 ein Auslandssemester an der UTS in Sydney gemacht.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es am 19. Februar 2019 für mich los auf meine große Reise. Mein erster Stopp war Perth. Dort verbrachte ich meine ersten Tage bevor es weiter nach Sydney ging. Am Flughafen angekommen, machte ich mich auf die Suche nach dem kostenlosen Shuttle, der vom UTS Housing kurz vor und während der Orientierungswoche zur Verfügung gestellt wurde. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Da es Samstagabend war, bekam ich von der Security zunächst eine Übergangskarte zum Ein- und Ausgehen aus dem Student Housing. Nachdem die Formalien erledigt waren, machte ich mich auf in den 14. Stock, wo sich mein Zimmer befinden sollte.

Oben angekommen, wurde ich auch schon direkt von meinen Mitbewohnern empfangen. Ich habe mich damals für eine 6-shared Flat entschieden, da ich dachte, so würde man schneller Anschluss finden. Im Nachhinein hätte ich auch ein Studio nehmen können, da die Uni so viele Aktivitäten anbietet, dass es schwer ist keinen Anschluss zu finden. Meine Mitbewohner waren eine sehr gemischte Truppe – drei Jungs und mit mir drei Mädels. Aber auch die Nationalitäten waren divers: Norweger, US-Amerikaner, Australier, Uruguayer, Schweizer und Deutsche. Grundsätzlich hat das Zusammenleben sehr gut geklappt – es war immer sauber, wir hatten genaue Pläne, wer was kaufen und den Müll wegbringen muss. Einmal die Woche kam zusätzlich noch die Putzfrau. Das einzige Manko war die Lautstärke, denn ich hatte offensichtlich die Party-WG erwischt und konnte auch leider nicht mehr wechseln.

Das Yura Mudang ist das beliebteste Student Housing und deshalb auch schnell ausgebucht. Daher sollte man sich vorher genau überlegen, welcher Typ man ist und sich schnell bewerben. Ich kann es nur empfehlen, in der UTS Student Housing (Yura Mudang) zu ziehen. Es gibt jeden Monat einen Kalender mit den unterschiedlichsten Aktivitäten, die angeboten werden (Sightseeing, Sportaktivitäten, Essen gehen). Zusätzlich gibt es Aktionen, wo es mal kostenloses Essen gibt und zwei Mal die Woche gibt es kostenlosen Kaffee. Als UTS Resident kann man zudem kostenlos ein Fitnessstudio nutzen, welches in zwei Minuten fußläufig erreichbar ist. Besonders cool sind auch die Dachterrasse im 21. Stock und die „common area“ im 8. Stock. Auf beiden Stockwerken kann man grillen und abhängen. Im 21. trifft man sich meist abends und es gibt ab und zu auch einen DJ, der donnerstags auflegt. Im 8. Stock hingegen sind Waschmaschinen/Trockner, ein Computer- & Musikraum, eine Gemeinschaftsküche sowie Billard- und Tischtennistische.

Am Montag ging es dann das erste Mal in die Uni. Es standen zunächst zwei Wochen Orientierung an. Dort gab es super viele Angebote von der Uni aus. Dazu zählen Campus Touren, Bibliothekstouren, Willkommensveranstaltungen für Postgraduates/Internationale Studenten/Business Studenten und spezielle Einführungen zum Themen wie Academic Writing, Plagiarism usw. Die Veranstaltungen von UTS:HELP unterstützen bei allen möglichen Themen, die man zum Studieren an der UTS braucht. Das ist ein tolles Angebot, insbesondere für Bachelorstudenten. Für mich als Masterstudentin war es jedoch viel Wiederholung und nicht unbedingt notwendig, da es keine Besonderheiten bzw. Abweichungen zu Deutschland gab.

Das Studieren an der UTS ist schon anders als an der Fresenius und man muss sich erstmal daran gewöhnen. Ich habe hier drei Kurse belegt und hatte drei Mal die Woche Uni. Die Lectures sind meist zu vorgegeben Zeiten und für das Tutorial kann man sich selbst eine Zeit wählen. In den Lectures sitzen alle Studenten, die dieses Fach gewählt haben und der Input ist meist komplett frontal. Im Tutorial hingegen sitzen ca. 30 Personen und es ist wesentlich interaktiver. Teilweise wird in Kleingruppen diskutiert und teilweise wieder in der großen Gruppe. Ich hatte meine Tutorials immer abends und daher mit den Leuten, die in Vollzeit arbeiten. Da ich selbst auch eine 70% Stelle in Hamburg habe, war dies für mich sehr wertvoll. Der Workload an der UTS ist relativ hoch. In zwei meiner Fächer musste ich wöchentlich ein bis zwei Seiten Hausaufgaben hochladen. Zur Mitte des Semesters gab es zusätzlich zwei Hausarbeiten und zum Ende des Semesters zwei Klausuren und eine weitere Hausarbeit. Zusätzlich gab es Gruppenaufgaben und – präsentationen vorzubereiten. Man musste also regelmäßig am Ball bleiben.

Inhaltlich hatte ich mir das Studium allerdings etwas anders vorgestellt und würde es HRM Studenten nicht empfehlen. Zwei meiner Kurse sind zwar unter dem HR Master gelistet, jedoch wurde uns gleich in der ersten Vorlesung gesagt, dass diese Kurse eher für Manager gedacht sind. Das war etwas schade. Aus meiner Sicht wurden die Themen auch sehr in die Länge gezogen und es hätte inhaltlich ruhig etwas anspruchsvoller sein können.

Während des Semesters gibt es zwei Semesterferien. In meinem Fall Ende April und Mitte Juni. Diese sind eigentlich dafür da, um zu lernen und sich auf die Prüfungen vorzubereiten bzw. Hausarbeiten zu schreiben. Wenn man jedoch gut organisiert ist, schafft man die Hausarbeiten auch vor den Ferien und hat Zeit zum Reisen – so machen es die meisten hier. Da ich auch keine Midterm-Exams hatte, habe ich meine Hausarbeiten auch vor den Study Vacations im April eingereicht. Während der Ferien konnte ich dann nach Neuseeland reisen und eine einwöchige Tour auf der Südinsel machen. Neuseeland ist für den Herbst nur zu empfehlen. Es war zwar sehr kalt, aber die Landschaften waren wunderschön bunt und ich hatte Glück mit dem Wetter.

Meine Zeit in Australien war sehr lehrreich und eine der besten Zeiten in meinem Leben. In meiner Freizeit habe ich viel mit Freunden unternommen und wir haben Sydney so gut wie nur möglich erkundet. Es gibt so viele Dinge, die man machen kann. In den ersten Wochen war hier noch Sommer und wir waren gefühlt jeden Tag an einem anderen Strand. Als es dann kühler wurde, haben wir am Wochenende Tagesausflüge gemacht. Besonders schön waren die Blue Mountains und Jervis Bay mit seinen weißen Stränden.

Ich habe viele neue Menschen und Kulturen kennengelernt und bin an der einen oder anderen Stelle über mich hinausgewachsen, indem ich mich aus meiner Komfortzone begeben habe.