Tim studiert MSML am Standort Köln und hat im Rahmen des Erasmus Programms seine Masterarbeit in Norwegen geschrieben.

Allgemeine Angaben zu meiner Reise

Ich habe im Rahmen meines Masterstudiengangs MSML ein Auslandssemester an der HIOF oder dem Østfold University College in Norwegen gemacht. Da die einzelnen Module meines Studiengangs sehr speziell sind, blieb mir nichts anderes übrig, als das letzte Semester zu wählen und somit meine Masterarbeit in Norwegen zu schreiben. Die Formalitäten der Masterarbeit sind jedoch unverändert geblieben, weshalb dadurch keine Komplikationen entstanden sind.

Da zum Zeitpunkt meines Auslandssemesters noch keine offizielle Kooperation zwischen den Hochschulen bestand, wurde der Kontakt über Prof. Dr. Lutz Becker (Köln) zu Prof. Dr. Hong Wu (Fredrikstad) hergestellt. Prof. Wu war sofort einverstanden, sodass die offizielle Planung über Erasmus und das International Office der Hochschulen organisiert werden konnte.

Die Gasthochschule

Das Østfold University College hat einen Ingenieur-Campus in Fredrikstad und einen Wirtschafts-Campus in Halden. Beide liegen mit dem Auto ca. 40 Minuten voneinander entfernt. Durch den Kontakt zu Prof. Wu wurde ich trotz Wirtschaftsstudium an dem Ingenieurs-Campus in Fredrikstad untergebracht, um in der Nähe meiner Ansprechperson zu sein. Durch die Entfernung und auch wegen mangelndem Anreiz gab es fast keinen Kontakt zum Campus in Halden, obwohl dort der Großteil der internationalen Studenten untergebracht war.

Die ersten Tage

Durch die Formalien der Masterarbeit an der HS Fresenius in Köln bin ich nach dem Semesterbeginn in Norwegen angekommen, weshalb es für mich keine Kennenlernwoche oder ähnliches gab. Es gab niemanden, der mich oder auch die anderen internationalen Studenten in Fredrikstad in Empfang genommen hat. Alle Informationen wie Studienausweis, Internetzugang oder Büros der Ansprechpersonen mussten selbst beschafft werden. Das International Office in Norwegen befindet sich in Halden, weshalb ein Ansprechpartner in Fredrikstad nicht zu finden war. Diese Probleme sollen für Studierende, die zu Semesterbeginn ankommen jedoch nicht bestehen. Außerdem soll es ein „Buddy-System“ geben, um internationale Studenten schneller und einfacher zu integrieren. In unserem Fall hatten sich dafür aber keine norwegischen Studenten gemeldet.

Meine Betreuung

Die Betreuung in Norwegen war ausnahmslos klasse. Alle Mitarbeiter der Hochschule und auch sonst alle Menschen in Norwegen sind unglaublich hilfsbereit und freundlich. Die oben geschilderten Probleme meiner Ankunft konnten also schnell und einfach gelöst werden. Da ich meine Masterarbeit geschrieben habe, gab es für mich keinen Uni-Alltag mit Seminaren. Ich habe sowohl im Studentenwohnheim, als auch an der Uni an meiner Arbeit geschrieben. Der Betreuungsaufwand meiner Dozenten lag dabei vor allem im Kontaktaufbau mit Unternehmen, die ich für meine Arbeit nutzen konnte. Da Norwegen deutlich besser digital vernetzt ist, war die Internetkommunikation mit Probanden und auch meinen Professoren absolut unproblematisch.

Meine Unterbringung

Die im Jahre 2014 errichteten Studentenwohnheime in Fredrikstad sind absolut nicht zu bemängeln und besser als manche Studentenwohnung in Köln. Die älteren Wohnungen sollen in Zukunft renoviert werden und gehören damit dann wohl auch zur Luxusklasse. Wer die hohen Mieten in Köln kennt, wird sich über die Preise in Norwegen nicht wundern. Es gibt Waschräume mit Trocknern, die durch unser Feedback jetzt auch mit Schildern als solche gekennzeichnet sind. Alle Maschinen sind mit Chipkarten zu bedienen, die Problemlos über eine Webseite aufgeladen werden können. Alle Formalien werden über die Verwaltungsorganisation SIO – Housing geregelt. Durch die norwegische Entspanntheit habe ich wichtige Infos wie Tür-Codes, Zimmernummer, Telefonnummern, usw. leider erst 2 Tage vor meiner Abreise erhalten.

Das Studentenleben

Der erste Kontakt zu anderen Studierenden war nicht ganz einfach, da Skandinavier sehr zurückhaltend scheinen und trotz der guten Englischkenntnisse nicht den ersten Schritt machen wollen. Wenn man das Eis jedoch gebrochen hat, wird man herzlichst empfangen und fühlt sich sofort wie ein Teil der Familie. Wir internationalen Studenten wurden über das International Office in Verbindung mit einander gebracht, weshalb die Kontaktaufnahme da sehr einfach war. Durch viele Haus-Partys und die wöchentliche Quiz-Night in der Studentenbar ist für ausreichend Programm gesorgt. Die einzige Spaßbremse sind die hohen Preise. Fredrikstad hat ca. 80.000 Einwohner und ist daher eine eher ruhige Stadt. Partyleben gibt es trotzdem, wenn man das nötige Kleingeld mitbringt.

Wichtige Tipps

  1. Kreditkarte: Norwegen arbeitet zunehmend am bargeldlosen Bezahlen, weshalb manche Geschäfte bereits kein Bargeld mehr annehmen.
  2. eigenes Auto: Ich habe mir extra ein Auto für meinen Aufenthalt gemietet. Gerade für spontane Ausflüge in die Natur kann man sich nicht auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen, da das Verkehrsnetz nicht alle Orte abdeckt. Da ich für meine Masterarbeit Unternehmen besucht habe, war ein eigenes Auto fast schon unumgänglich.

Fazit

Insgesamt kann ich mein Auslandssemester in Norwegen als einen vollen Erfolg beschreiben. Die anfänglichen Probleme meiner Ankunft wurden durch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Norweger, die ich getroffen habe mehr als wettgemacht. Mein Ziel war es meine englischen Sprachkenntnisse zu verbessern, was mir durch den täglichen Gebrauch auch gelungen ist. In Ländern, in denen Englisch als Muttersprache genutzt wird, wäre der Effekt aber wahrscheinlich noch größer gewesen. Ich würde die norwegische Kultur als guten Zusatz zu unseren deutschen Gepflogenheiten beschreiben. Die Unterschiede sind eher klein, aber zeigen sich in größerer Gelassenheit und mehr Menschlichkeit im Vergleich zu unserer deutschen Leistungsgesellschaft. Das war gerade für mich als Wirtschaftsstudent eine wertvolle Erfahrung.