Melanie hat 2017 ein Praktikum in Australien gemacht. Sie studiert Media & Communication Management am Standort Köln und wurde durch ein PROMOS Stipendium unterstützt.

Ein Praktikum in Byron Bay – oder eher: ‚living the dream‘. So wurde es in der Mail beschrieben, als ich meine Zusage erhalten habe. Und ich kann es nur bestätigen!
Acht Wochen lang arbeitete ich während der Semesterferien vor meinem 6. Semester im Online Marketing Bereich der Reiseagentur ‚Peterpans Adventure Travel‘
in dem wunderschönen Surferdorf in Australien.

Aber alles von Anfang an:

Vor dem Praktikum
Die Stellenanzeige für das Praktikum habe ich über das CCIS der Hochschule Fresenius gefunden und zunächst lange überlegt, ob ich mich wirklich bewerben soll. Letztendlich haben die Mitarbeiterinnen mich dann doch überzeugt und ich habe meine Bewerbung abgeschickt. Was hat man schon zu verlieren? Und tatsächlich: nach ungefähr einer Woche bekam ich eine positive Rückmeldung und die Woche darauf befand ich mich schon in einem Skype-Bewerbungsgespräch mit der Chefin des Unternehmens. Alles lief super – auch wenn es erst einmal ungewohnt war, so viel Englisch zu sprechen – und der Vertrag wurde unterschrieben.
In 3 Monaten, am 28. Januar 2017, sollte es losgehen. Und es mussten noch einige Sachen erledigt werden:
Da ich das Praktikum anstelle des Projektes, welches im 6. Semester in meinem Studiengang Medien und Kommunikationsmanagement vorgesehen ist, durchführen wollte, informierte ich mich zunächst beim Prüfungsamt und stellte den Antrag auf Anrechnung des Praktikums, welcher auch genehmigt wurde. Den Hin- und Rückflug buchte ich so früh wie möglich, ich kümmerte mich um meine Krankenversicherung im Ausland, das Visum, welches ganz einfach online zu beantragen war, eine Kreditkarte und meine Unterkunft – dazu gleich mehr.
Bei der Kreditkarte habe mich nach längerem Suchen und Vergleichen für eine entschieden, bei welcher keine Jahresgebühren anfallen und mit der im Ausland gebühren- und zinsfrei bezahlt werden kann. Nur das Geldabheben war nicht zinsfrei, was ich aber gut umgehen konnte, da man doch meist mit der Karte zahlt.

Meine 8 Wochen in Australien
Und dann war es auch schon so weit: Am Donnerstag schrieb ich noch meine letzte Klausur und am Samstag ging es ab in den Flieger. Nach 25(!!) Stunden mit einem Zwischenstopp in Dubai landete ich in Brisbane und wurde von einem Shuttle Bus, den ich schon vorher gebucht hatte, nach Byron Bay zu meinem Hostel gefahren. Dieses hatte ich von Deutschland aus über hostelworld.com bereits für 2 Wochen gebucht. Der Plan war, dass ich mich in dieser Zeit nach einer eigenen Wohnung oder einer WG und sozusagen etwas „Besserem“ umsehe – das war aber nicht nötig. Ich kann jedem, der ein Praktikum in Australien plant, nur empfehlen, in einem Hostel zu wohnen.
Natürlich gibt es ein paar Abzüge in puncto Komfort, aber es bietet auch sehr viele, tolle Vorzüge. Ich habe Menschen von überall auf der Welt kennengelernt, spannende Geschichten gehört, beste Freunde gefunden und die witzigsten Abende in diesem Hostel gehabt. Aus diesem Grund bin ich letztendlich auch die gesamte Zeit in Byron Bay in dem Hostel geblieben. Außerdem lag es direkt am Strand, war super ausgestattet und es gab jeden Donnerstag Free Pancakes zum Frühstück – wer möchte da schon weg?
Ich habe aber auch von anderen Praktikantinnen gehört, dass sie für einen ähnlichen Preis, den man auch im Hostel pro Woche zahlt, in einer kleinen WG gewohnt haben. Wenn man sich also etwas nach Wohnungen umsieht, ist auch das eine Option.

Mein zweiter Tag in Byron Bay war gleichzeitig mein erster Tag beim Praktikum. Etwas nervös war ich schon, aber auch gespannt. Ich wurde sehr nett von allen aufgenommen und mir wurden meine Aufgaben für die nächsten Wochen erklärt. Ich war vor allem für alle Aktionen auf den Social Media Kanälen zuständig, musste einmal wöchentlich einen Report über die Entwicklung und den Erfolg auf den verschiedenen Plattformen erstellen, half bei der Erstellung einer neuen Kampagne für deutsche Kunden, schrieb verschiedene Texte, führte Recherchearbeiten durch, gestaltete die neue Website mit und vieles mehr. Jeden Morgen setze ich mich mit dem Social Media Marketing Manager, welcher an dem Standort in Sydney arbeitet, in Verbindung, welcher mir dann die Aufgaben für den Tag gab.
Für meine Arbeit erhielt ich wöchentlich $100 bar, welche ich mir von dem Peterpans Store in Byron Bay abholen konnte. Somit musste ich diesbezüglich nichts weiter regeln.
Um was ich mich dann aber kümmern musste, war eine neue SIM Karte für mein Handy. Google Maps macht das Zurechtfinden an neuen Orten doch deutlich einfacher und da ich an den Wochenenden viel reisen wollte, schien mir das eine gute Idee zu sein. Ich war bei verschiedenen Anbietern – Optus und Telstra sind die bekanntesten in Australien– und habe mich über Möglichkeiten informiert. Letztendlich habe ich mir dann beim Woolworth eine Optus SIM für $2 gekauft, welche man immer wieder aufladen konnte. Prepaid SIMs sind bei einer solch kurzen Zeit in Australien auf jeden Fall die beste Option. Nervig war nur, dass das Internet vollständig weg war, sobald man sein Datenvolumen aufgebraucht hatte – gut, dass es Wifi auf der Arbeit und im Hostel gab.

Bezüglich der Transportmittel zur Arbeit und zurück hatte ich es nicht wirklich schwer, da vom Hostel aus jede Stunde ein Shuttle Bus in die Stadt und wieder zurück gefahren ist (der Weg hat nur 5 Minuten gedauert). Und da Byron Bay nicht wirklich groß ist, brauchte man diesbezüglich auch nichts anderes. Wenn abends kein Shuttle Bus mehr fuhr, konnte man einfach am Strand zurück laufen – auch nicht schlecht.

Für meine Wochenendtrips informierte ich mich bei meinen Kolleginnen, wie ich am besten und vor allem am günstigsten von A nach B komme, welche Orte ich gesehen haben sollte und was man dort machen kann. Auch wenn man nicht gerade bei einer arbeitet, ist es in australischen Städten nicht schwer, eine Reiseagentur zu finden, die einem weiter hilft. Man wird am Tag mindestens 5 Mal von den Verkäufern an der Straße angesprochen und von Angeboten nur so überhäuft. „Greyhound“ ist da ganz oben mit dabei und etwas aufdringlich – nur als Info. Peterpans ist glücklicherweise etwas zurückhaltender und hat mir auf jeden Fall sehr weitergeholfen.
Letztendlich habe ich dann ein Hop-on-Hop-off Ticket für die East Coast mit dem Premier Bus gekauft, mit dem ich zu den meisten Orten gekommen bin.
An meinem dritten Wochenende in Australien stand Surfers Paradise auf dem Plan und das Wochenende darauf Airlie Beach. Hier fand dann auch mein Skydive statt, den ich vorher über meine Mitarbeiterinnen gebucht hatte (so wie eigentlich alles, außer dem Hostel). Und ich würde es direkt wieder machen! Klar, man ist ziemlich nervös vorher – es ist ja auch nicht das Normalste, aus einem Flugzeug in 17.000ft Höhe zu springen – aber es macht unglaublich viel Spaß! Kann es nur empfehlen. Außerdem machte ich von dort aus eine Tagestour auf einem Katamaran zu den Whitsunday Islands, einer Inselgruppe mit einem der weißesten und schönsten Strände Australiens. Auf jeden Fall sehenswert!

Von da aus ging es dann eine Woche nach Cairns, da ich dem Social Media Manager bei seiner Content Tour an der East Coast als Teil meines Praktikums half. Wir trafen einige Partner von Peterpans Adventure Travel und durften von ihnen angebotene Aktivitäten testen. Währenddessen machten wir Foto- und Videoaufnahmen für die Anbieter und Peterpans Travel und promoteten alles auf Social Media, um die Marke dadurch bekannter zu machen. Wir machten zum Beispiel eine Tour in den Regenwald, waren tauchen im Great Barrier Reef und sahen uns verschiedene Wasserfälle an. Es war eine wirklich tolle Woche!
Danach ging es mit dem Flugzeug zurück nach Byron Bay. Ein Wochenende verbrachte ich noch in Brisbane und besuchte dort den Australia Zoo, um alle Australien-typischen Tiere mal gesehen zu haben. Einem Wallaby war ich sogar schon in Byron Bay begegnet! Den Rest meiner Zeit in Australien habe ich dann aber in Byron Bay verbracht – meinem absoluten Lieblingsort. Nach meinem letzten Praktikumstag bin ich dann noch für drei Tage nach Sydney geflogen, von wo auch mein Flug zurück nach Deutschland ging.

 

Byron Bay
Zu diesem Ort möchte ich noch etwas mehr erzählen:
Er ist unglaublich toll! Klar sind deswegen auch sehr viele Touristen hier unterwegs, aber auch viele Australier, die her kommen, um ein wenig Urlaub zu machen und dem Alltag zu entkommen. Die Menschen sind alle sehr entspannt, freundlich, unbeschwert und haben einen leichten „Hippie-Touch“. Immer und überall in der Stadt hört man jemanden singen oder Gitarre spielen. Vor allem abends. Das Nachtleben kennt in diesem Ort auch keine Pause. Man kann eigentlich jeden Abend einfach losgehen und es ist überall etwas los. Unter anderem deswegen ist der Ort wahrscheinlich auch so beliebt unter Backpackern. Eine große Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Leuchtturm. Jeden Morgen und jeden Abend sind dortviele Menschen, um den Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang zu bewundern. Ich war auch mehrere Male dort, weil es wirklich wunderschön ist. Besonders reizend an der Sache: Man befindet sich dort an dem östlichsten Punkt, wo die Sonne als Erstes in Australien aufgeht.

 

Was sollte man in Byron Bay noch tun? Auf jeden Fall Surfen! Das ist in diesem Ort ein Muss. Auch einen kleinen Abstecher in den Ort Nimbin kann ich empfehlen. Hier ist alles noch mehr Hippie als es in Byron schon ist. In der Nähe sind außerdem einige Wasserfälle, wie zum Beispiel die ‚Killen Falls‘, die man besuchen kann.  In den Clubs und Bars treten außerdem öfters in der Woche Bands auf und es gibt einen bekannten Markt, der wöchentlich abends stattfindet. Andere Aktivitäten in Byron Bay, die ich allerdings nicht ausprobiert habe, sind zum Beispiel Wale beobachten, Kayak fahren oder mit Schildkröten schwimmen. Außerdem lohnt es sich, sich vorher zu informieren, ob in der Nähe ein Festival oder ähnliches stattfindet. Zu der Zeit, als ich in Byron war, fand ein Wochenende lang das Byron Surf Festival statt und man konnte viele Events umsonst besuchen.

Fazit
Ein Praktikum im Ausland kann ich jedem empfehlen. Es ist eine unglaubliche Erfahrung und man erhält Einblicke in ein ausländisches Unternehmen und die jeweilige Kultur, die man in dieser Form sonst nicht haben würde. Das Drumherum macht natürlich auch viel aus: Wenn man etwas mehr Planung in seine Reise steckt, kann man in der Zeit sehr viel vom Land sehen und unvergessliche Erinnerungen sammeln.
Mein Tipp: Man kann nicht alles schon vorher planen. Meine Wochenendtrips und Aktivitäten habe ich auch etwas danach gerichtet, welche Personen ich da gerade kennengelernt hatte und ob sich anbot, sich jemandem anzuschließen. Manches sollte man einfach dem Zufall überlassen bzw. Situationen vor Ort nutzen.

Leider sind Australier was Pünktlichkeit und Genauigkeit angeht etwas nachlässiger, als man das in Deutschland gewohnt ist – deswegen mussten wir Praktikanten auch öfters mal hinter unserem Geld hinterher fragen – und auf der anderen Seite der Welt ist alles etwas teurer. Aber das waren alles eher kleine Probleme, über die man hinweg sehen kann.

Ich kann euch also versichern: Australien ist auf jeden Fall einen Besuch wert und ich hätte mir keinen besseren Ort für mein Praktikum vorstellen können. ‚Living the dream‘ in Byron Bay.