Helena Egge hat im Sommersemester 2016 ein Freemover Auslandssemester in Hull gemacht. Sie studiert International Business Administration am Standort Köln.

Die Stadt Hull liegt in Nord England. Die University of Hull ist eine der ältesten Universitäten Englands. Die Gebäude haben einen Charme vergangener Zeiten, manche sind teilweise modernisiert und andere hochmodern. Die Bibliothek (sieben Stockwerke!) steht den Studenten 24/7 zur Verfügung und ist mehr als nur ein Ort zum Lernen. Hier kann man in Gruppenräumen an Projekten arbeiten oder sich mit Freunden in einer der vielen Sofaecken unterhalten.

Die Mitarbeiter an der Uni sind sehr freundlich und hilfsbereit. Auch bei der Suche nach Unterkünften bekommen die Studierenden Unterstützung. Die meisten wohnen in Reihenhäusern in der Nähe des Campus, meistens in Wohngemeinschaften mit bis zu 5 Studenten zusammen. Ich habe mit einer Schwedin, einer Französin und einer Kolumbianerin zusammen gewohnt. Wir hatten nicht nur eine multikulturelle Wohngemeinschaft und haben viel über die anderen Kulturen gelernt, sondern auch jede Menge schöne Abende zusammen verbracht.

Hull University ist sehr beliebt bei Erasmus+ und internationalen Studierenden. Daher hat man die Möglichkeit Menschen aus aller Welt kennenzulernen und kann außer Englisch auch andere Sprachen erlernen oder vertiefen. Die Module waren unterteilt in Vorlesungen und Tutorials, die dazu dienten das Gelernte in der Praxis anzuwenden, so zum Beispiel durch Guerilla-Marketing Kampagnen für eine Veranstaltung erstellen, ein Produkt oder einen vollständig ausgearbeiteten Marketing Strategieplan für eine reales Unternehmen auszuarbeiten. Waren diese Projektarbeiten erfolgreich und gut ausgearbeitet, bot sich auch manchmal die Chance das Projekt der Firma vorzustellen, es umzusetzen oder ein begehrtes Praktikum zu bekommen. Somit hatte ich zweimal die Chance eine Guerilla-Marketing Kampagne in die Tat umzusetzen sowie einen Strategieplan einem Unternehmen vorzustellen. University of Hull legt einen großen Schwerpunkt auf eigenständiges Arbeiten.

Im universitären Alltag teilen die Studierenden sich ihre Zeit größtenteils selber ein,was einem bei guter Planung den Freiraum gibt, das Land zu bereisen und  am Campusleben teilzunehmen. Die Uni hat unglaublich viele „Societies” für wirklich jedes Interesse (natürlich darf eine Harry Potter und Quidditch Society nicht fehlen) mit denen man sich ein- bis zweimal die Woche zum Training trifft und einmal die Woche zu einem so genannten „Social“, wo man die Chance hat sich besser kennenzulernen. Zum Beispiel treffen sich die Studenten in einem der Cafés, Restaurants und Pubs oder im „Asylum“ (dem unieigenen Club, der jeden Samstag und Mittwoch offen hat) oder gehen in anderen Clubs feiern. Des Weiteren hat die Uni einen eigenen Pub der unter anderem donnerstags sehr beliebte Karaoke-Abende anbietet. Durch die große Auswahl verschiedenster Societies, fiel es mir sehr schwer, mich für eine zu entscheiden. Am Ende war ich Mitglied in der Hockey, Box und Ballroomdancing Society sowie der Drama Society und konnte dort weitere nette Freunde finden!

Es gibt eine große Auswahl an weiteren Veranstaltungen, wie zum Beispiel Colorruns, Sportveranstaltungen und Städtetrips. Außerdem gibt es verschiedene Fortbildungen und karrierefördernde Veranstaltungen wie Probeinterviews mit Feedbackgesprächen und CV Workshops. Das Entrepreneurship Center hilft bei der Ideenentwicklung und dem Aufbau eines Unternehmens und organisiert Veranstaltungen, bei denen Studierende erste Kontakte zu Unternehmen knüpfen können.

Die Stadt Hull ist ein kleines historisches Städtchen am Meer. Auch außerhalb derUni gibt es viele Möglichkeiten Menschen (britische und internationale) kennenzulernen. Es gibt organisierte Veranstaltungen wie das „Globe Café“ oder das „Language Café“, wo man sich zu Spielabenden, zum Kochen oder Backen oder einfach nur zum Sprach- und Kulturaustauschtrifft.

An Wochenenden bin ich öfters mit Freunden in nahegelegene Städte und Orte wie Manchester, Oxford, Edinburgh, Lake District und vielen weitere gefahren. Natürlich gibt es populärere und größere Städte, aber wer offen für andere Kulturen ist undselbstständig und kein Problem hat auf andere Menschen zuzugehen, dem bietet Hull mit all den Angeboten ein unvergessliches Semester.