Franca studiert Tourismus-, Hotel-, und Eventmanagement am Standort Köln und hat im Rahmen des Erasmus Programms ein viermonatiges Praktikum auf Gran Canaria gemacht.

Als ich erfuhr, dass es die Möglichkeit gibt, während des Studiums ein Urlaubssemester einzulegen, habe ich diese Chance genutzt und bin sehr froh darüber. Es eignet sich dafür, ein Praktikum im Ausland zu machen und daraufhin habe ich mich dazu entschlossen, praktische Erfahrungen in der Hotelbranche zu sammeln.

Mein Praktikum sollte dann ein Jahr später (im 4. Semester) beginnen und somit hieß es, sich zu informieren und zu überlegen, wo das Ganze stattfinden soll, über welchen Zeitraum und in welchem Hotel natürlich. Für mich stand schnell fest, dass es mich auf die Kanarischen Inseln ziehen wird, und zwar nach Gran Canaria, da diese Insel wie ein zweites Zuhause für mich ist. Mit dem Unterschied, dass ich diesmal nicht als Tourist dort sein werde, sondern „arbeite, wo andere Urlaub machen“. Ich habe mich in mehreren Hotels beworben und als ich die Zusage vom Hotel „Sandy Beach“ bekam, stand für mich fest, dass ich in diesem Hotel mein Praktikum absolvieren würde. Das Hotel gehört zur Hotelkette „Seaside“ und ist ein internationales 4 Sterne Urlaubshotel in Playa del Ingles. Es verfügt über 256 Hotelzimmer und 486 Gästebetten. Ich hatte mich dazu entschieden, vier Monate (Ende Februar bis Ende Juni) in diesem Hotel zu verbringen.

Bevor das Praktikum endlich losgehen konnte, musste natürlich auch mit dem Hotel in Spanien Einiges organisiert werden. Das Hotel brauchte bspw. eine Bescheinigung über meine Krankenversicherung in Deutschland und dazu kamen grundlegende Vertragsunterlagen, die von der Universität als auch von dem Hotel unterschrieben werden mussten. Da ich im Vorfeld wusste, dass ich im Hotel Kost und Logis frei haben würde, aber das Hotel kein Entgelt zahlt, habe ich mich im Vorfeld für das „Erasmus Stipendium“ beworben. Letztlich habe ich diese finanzielle Unterstützung erhalten und mich sehr darüber gefreut. Ich rate somit jedem, sich mit dem Thema Stipendien auseinanderzusetzen, da dies eine gute Möglichkeit ist, seine Kosten während des Praktikums im Ausland zu reduzieren oder sogar zu decken. Als die Formalitäten erledigt waren, konnte ich mich endlich auf mein Praktikum freuen.

Das Gesamtpaket, das den Praktikanten in diesem Hotel geboten wird, hat mir direkt zugesagt. Ich wurde für die Zeit in einem der Hotelzimmer untergebracht und musste mir somit keine Gedanken mehr über meine Unterkunft machen. Andere Vorteile waren, das ich direkt am Arbeitsplatz war, was sehr praktisch gewesen ist und gesäubert wurde das Zimmer auch regelmäßig.Ich habe jedoch nicht allein gewohnt, sondern mir das Zimmer mit einer anderen Praktikantin geteilt. Ich habe mir vorher natürlich Gedanken gemacht, da ich nicht wusste was mich erwartet, wenn man vier Monate mit einer zunächst fremden Person zusammenlebt. Ich kann diese Erfahrung jedoch nur empfehlen, man hat im besten Fall direkt eine Bezugsperson, mit der man nicht nur die Eindrücke der Arbeit, sondern auch die Freizeiterlebnisse teilen kann. Auf der anderen Seite hat man wenig Privatsphäre, jedoch konnte ich mich gut daran gewöhnen und bin an dieser Erfahrung gewachsen. Das Hotel verfügt über einen Comedor, einen Speiseraum, in dem auch die spanischen Mitarbeiter essen und wo man im Grunde rund um die Uhr Essen bekommt. Zusätzlich durfte ich mir Abends nach der Arbeit einen Teller vom guten Buffet der Gäste machen lassen.

 

Zu meinem Praktikum: Es war eine 40 Stunden Arbeitswoche festgelegt, mit zwei variablen freien Tagen und die Arbeitszeiten waren immer von 13:00-21:00. Der Bereich, in dem ich gearbeitet habe, nannte sich Direktionsabteilung, die verschiedene Aufgaben mit einschließt, sodass die Arbeit abwechslungsreich war. Mittags habe ich an der Hotelbar gearbeitet und Getränkebestellungen bearbeitet.
Anschließend gab es einige administrative Dinge im Büro zu  erledigen, die Hauptaufgabe bestand darin, Kundenwünsche auf verschiedenen Sprachen zu beantworten. Anschließend wurden die Wünsche in dem zentralen Reservierungssystem „New Hotel“ eingetragen. Meine Aufgaben Abends im Restaurant waren das Buffet aufzubauen, die Gäste an Tische zuzuweisen und die Service-Abteilung zu unterstützen. Dazu gehörte z.B. Tische neu ein- und  abdecken und Teller abräumen. Wichtig dabei war der Gästekontakt, denn man galt als direkter Ansprechpartner für die Gäste. Gut gefallen haben mir auch die sogenannten „Honeymoon-Specials“, die im Hotel Gästen angeboten werden, die höchstens ein halbes Jahr vorher geheiratet haben. Meine Aufgabe bestand darin, den Balkon der Gäste herzurichten und ihnen gegen Abend ein Drei-Gänge-Menü auf das Zimmer kommen zu lassen. Eine schöne Abwechslung zum sonstigen Arbeiten im Restaurant.

Das Hotel „Sandy Beach“ ist ein sehr zentral gelegenes Hotel in Playa del Ingles. Der Strand liegt nur wenige Meter entfernt und die Strandpromenade bietet nicht nur unzählige Lokale, um spanische Spezialitäten zu genießen, sondern auch viele kleine Supermärkte und andere Einkaufsmöglichkeiten. Auch das Nachtleben von Playa del Ingles hat Einiges zu bieten. Nicht weit entfernt vom Strand und somit nah am Hotel liegt die Kasbah, ein Ort mit vielen Bars, Clubs und Kneipen. Auch an den freien Tagen gab es einige Dinge auf der schönen Insel zu erkunden. Von Einkaufszentren, die nicht weit entfernt liegen, als auch andere Strände, die man gut erreichen konnte, gab es Einiges zu sehen. Wenn man dem Tourismus im Süden entkommen will, sollte man unbedingt in die Hauptstadt „Las Palmas“ fahren mit ca. 378.998 Einwohnern. Man fährt eine Stunde mit dem Bus und ist gleich in einer anderen Welt. Es leben viele Einheimische dort und es gibt eine große Shoppingstraße, den „Las Canteras“ Surfer Strand und viele schöne Lokale zum Essen und Trinken. Auch die Universität befindet sich dort in der Nähe.

Auf Gran Canaria bietet es sich auch an, ein Mietauto zu nehmen und eine Bergtour zu machen. Man kann quer über die Insel fahren und man sieht sowohl Höhlenwohnungen als auch wunderschöne Landschaften. Diese Insel ist wirklich sehr facettenreich und die Zeit dort wird einem nicht zu lang. Generell ist das Leben in Spanien nicht teurer als in Deutschland. Man kann vor allem sehr günstig Taxi und Bus fahren. Zu meinen persönlichen Highlights gehören meine beiden Ausflüge nach Teneriffa und Fuerteventura, wo ich Freunde besucht habe. Die gute Infrastruktur auf den Kanarischen Inseln ermöglicht einem, mit dem Flugzeug oder der Fähre in kurzer Zeit eine andere Insel zu erreichen. Diese Ausflüge lohnen sich auch schon für  1-2 Tage, da die Kosten meist gering sind, wenn man seine Reise zeitig plant.

Erlebnisse sollte man teilen! Daher bin ich sehr froh, dass ich nicht die einzige Praktikantin war. Die Hotelkette „Seaside“ hat mehrere Hotels und auch die Zentrale des Hotels auf Gran Canaria. Dadurch gab es viele andere Praktikanten dort, mit denen ich meine Freizeit gestalten konnte und hoffentlich auch in Zukunft den Kontakt halten werde.

Insgesamt hat mir dieses Praktikum einen guten ersten Einblick gegeben, was es bedeutet, in der Hotelbranche zu arbeiten. Man muss flexibel sein, das fängt schon bei den Arbeitszeiten an, die Dienstpläne werden nämlich erst eine Woche vorher erstellt und die freien Tage sind auch immer variabel. Flexibel muss man ebenfalls reagieren, wenn Gäste mit einem Anliegen auf einen zukommen. Ich wurde immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert und musste spontan wissen zu handeln, dass kann sehr herausfordernd und anstrengend sein. Das Praktikum hat mir persönlich sehr viel gebracht im Sinne von Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und der Übernahme von Verantwortung. Auch meine Sprachkenntnisse, vor allem in Spanisch, aber auch in Englisch haben sich deutlich verbessert.

Dadurch, dass die Mitarbeiter kein Deutsch oder nur einzelne Wörter kennen, war man von Anfang an gezwungen zu verstehen, was sie einem sagen. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr ver-standen und man konnte sich sogar privat gut unterhalten. Generell habe ich auch gemerkt, dass es seine Zeit braucht, bis man eine Freundschaft zu den Spaniern aufgebaut hat. Es war auf jeden Fall sehr spannend, die Mentalität der Spanier kennenzulernen. Diese hat sich auch bei der Arbeit bemerkbar gemacht. Vieles geht lockerer zu als in Deutschland und die Menschen sind immer fröhlich und hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf dem Gesicht.

Ich habe persönlich viel mitgenommen aus dieser Zeit und ich kann nur jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat ein Praktikum im Ausland zu machen, diese Gelegenheit zu nutzen. Man lernt nicht nur ein neues Land und neue Leute kennen, sondern man bekommt einen ersten Einblick in die Berufswelt und vielleicht kommt man sogar seinem späteren Berufswunsch näher.

Kontakt: tosetti.franca@stud.hs-fresenius.de